Garten

IGOR und die Gärten im GZW

Historisch betrachtet muss man festhalten:  die Gärten im Geriatrie Zentrum am Wienerwald (GZW) sind so alt wie die Einrichtung selbst, also 113 Jahre ( 2017).

Ursprünglich war es ein Landschaftsgarten mit Schaurabatten, viel Bux, Flieder  und Hibiscus und angeblich auch 400 Rhododendren, von denen wegen der aufwendigen Pflege in Moorbeeten nichts geblieben ist. Und auch Pfingstrosen, die sich in der aufgelassenen Gärtnerei, die jetzt den neuen Betriebskindergarten beherbergt erhalten haben und im IGOR Projekt auch eifrig vermehrt werden. Hier wurden die Schnittblumen kultiviert und die Topfpflanzen.

Gärten gab es selbstverständlich in der angeschlossenen Spitalsökonomie, einem Gutsbetreib, der jedem Krankenhaus dieser Zeit angeschossen war, mit eigenen Haltung von Schweinen, Pferden  und Gemüse und Obstkulturen zur Selbstversorgung und Beschäftigung. Diese Flächen sind längst verkauft und es befinden sich jetzt Wohnhäuser darauf. Es wurde hier auch geschlachtet und geselcht und gekocht für 4000 Menschen und mehr.

Heute trifft man im Gelände noch auf die aufgelassenen Schrebergärten der Angestellten des GZW als stumme Zeugen

Therapiegärten wurden als Demenzgärten am Pav. XII in den Neunzigerjahren angelegt, als Auslauf für Verwirrte mit Bewegungsdrang.

Um 2000 herum wurde am Pav. VII ein erster Therapiegarten für Patienten der Palliativmedizinischen Abteilung geschaffen, das sogenannte „7-er Gartl“. Ein Kooperationsprojekt mit der Gartenbauschule Schönbrunn, die für Entwurf und Planung begleiteten. Gemeinsam mit der VHS Hietzing, die den künstlerischen Input brachten für den Jungbrunnen, einer orientalischen Mosaikbank und einer Skulptur. Unterstützung kam auch von der MA 18. Die Finanzierung erfolgte durch den Krankenanstaltenverbund.

Diese gartentherapeutische Arbeit führte auch zur Kooperation mit der benachbarten Hochschule für Agrar- und Umweltpädagogik und zum Aufbau eines Universitätslehrganges für Gartentherapie und der Gründung des Vereins GartenTherapieWerkstatt.

Am Gelände des GZW entstanden in den letzten Jahren eine ganze Reihe von Gärten für therapeutische Zwecke. Am Pav I, am Pav IV, am Pav VI, am Pav VII, am Pav XIV, am Pav XII, und Pav. IX.

Mit der Absiedlung der Geriatrischen Abteilungen und der Nutzung als Flüchtlingseinrichtung wurden Teile dieser Gartenanlagen in die Arbeit von IGOR übernommen.

Gartenarbeit verbindet und stiftet Sinn und bietet eine positive Perspektive. Genau das, was auch schon zuvor in der Arbeit mit den alten Menschen von zentraler Bedeutung war. Und es öffnet nach außen, bringt neue Nachbarschaften und neue Freundschaften und Vertrauen.